Warum schwitze ich nachts? Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die Schweissproduktion wird über das vegetative Nervensystem (kontrolliert automatische Vorgänge im Körper, z.B. Herschlag) gesteuert und kann durch verschiedene innere und äussere Einflüsse verstärkt werden.1 Häufige mögliche Auslöser sind:
- hormonelle Schwankungen und die Wechseljahre
- Stress, innere Unruhe und Schlafprobleme
- Alkohol und Rauchen
- ein zu warmes Schlafzimmer oder wenig atmungsaktive Bettwäsche
- bestimmte Medikamente
- einzelne Stoffwechsel-, Infektions- oder andere Erkrankungen
Welche Mechanismen im Einzelfall zusammenwirken, ist individuell verschieden. Oft beeinflussen sich mehrere Faktoren gegenseitig und können nächtliches Schwitzen zusätzlich verstärken
Welche hormonellen Ursachen für Nachtschweiss gibt es?
Hormonschwankungen können die Temperaturregulation beeinflussen. Besonders bekannt sind Hitzewallungen nachts bei Frauen während der hormonellen Übergangsphase vor den Wechseljahren (Perimenopause) und der Menopause selbst. Dabei kann plötzlich ein intensives Wärmegefühl entstehen, gefolgt von starkem Schwitzen. Nachtschweiss in den Wechseljahren kann deshalb gemeinsam mit Zyklusveränderungen und weiteren Anzeichen auftreten. Auch Nachtschweiss vor der Periode kann mit hormonellen Schwankungen zusammenhängen. Während der Schwangerschaft oder nach der Geburt verändert sich der Hormonhaushalt ebenfalls deutlich und kann nächtliches Schwitzen verursachen.
Nachtschweiss bei Männern: Welche Besonderheiten gibt es?
Nicht nur Frauen, auch Männer sind von Nachtschweiss betroffen. Starkes Schwitzen in der Nacht bei Männern kann verschiedene Ursachen haben. Neben Lebensgewohnheiten und einer zu warmen Schlafumgebung können auch hier hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen. So kann ein altersbedingt sinkender Testosteronspiegel bei manchen Männern mit Hitzewallungen und vermehrtem Schwitzen einhergehen.2
Welchen Einfluss hat der Lifestyle auf Nachtschweiss?
Deine individuellen Lebensgewohnheiten können nächtliches Schwitzen fördern. So kann beispielsweise Stress mit Nachtschweiss zusammenhängen. Bei Belastung wird das autonome Nervensystem aktiviert, wobei Schwitzen zu den möglichen körperlichen Stressreaktionen gehört. Anhaltender Arbeitsdruck, Sorgen oder zu wenig Schlaf können daher bei manchen Menschen Schweissausbrüche begünstigen. Auch Alkohol und Rauchen werden mit Nachtschweiss in Verbindung gebracht. Hinzu kommen äussere Faktoren, wie eine hohe Raumtemperatur, synthetische Schlafkleidung oder eine zu warme Decke.
Krankheiten und Medikamente als Ursache für Nachtschweiss
Nächtliches Schwitzen kann unter anderem in Zusammenhang mit Infektionen, Stoffwechselerkrankungen oder einer Überfunktion der Schilddrüse auftreten.3 Auch bestimmte Medikamente können die Schweissbildung beeinflussen und Nachtschweiss begünstigen. Da nächtliches Schwitzen ein unspezifisches Symptom ist, lässt sich allein daraus jedoch keine bestimmte Erkrankung ableiten. Medikamente solltest du zudem nicht eigenständig absetzen oder in ihrer Dosierung verändern. Frage in solchen Fällen zur Sicherheit deinen Arzt um Rat.
Besonderheiten von Nachtschweiss bei Frauen und Männern im Überblick