Kollagen ist nicht nur das häufigste Strukturprotein des Körpers, sondern auch erstaunlich vielseitig. Forschende unterscheiden heute 28 verschiedene Kollagen-Typen, die jeweils auf die Anforderungen unterschiedlicher Gewebe spezialisiert sind. Für Haut und Bewegungsapparat spielen vor allem die Typen I, II und III eine wichtige Rolle. Sie kommen an unterschiedlichen Stellen im Körper vor und übernehmen jeweils eigene Aufgaben.
Gut zu wissen: Rund 90 % des gesamten Kollagens im Körper bestehen aus Typ I, während Typ II den grössten Anteil des Gelenkknorpels ausmacht. Deshalb stehen je nach Zielbereich – Haut oder Gelenke – unterschiedliche Kollagen-Typen im Fokus.
Warum wird Kollagen Typ II so oft mit Gelenken verbunden?
Wenn von Kollagen für die Gelenke die Rede ist, steht meist Kollagen Typ II im Mittelpunkt. Das hat einen einfachen Grund: Rund 90 Prozent des Kollagens im Gelenkknorpel bestehen aus diesem Typ. Gemeinsam mit wasserbindenden Molekülen bildet er ein feinmaschiges Netzwerk, das Druckbelastungen verteilt und dem Knorpel seine Elastizität verleiht.
Was sagt die Studienlage zu Kollagen für Gelenke?
Die aktuelle Studienlage liefert zunehmend Hinweise darauf, dass bestimmte Kollagenformen die Gelenkfunktion unterstützen und Beschwerden bei Kniearthrose lindern können. Zu diesem Ergebnis kommen mehrere systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen der vergangenen Jahre.
Untersucht wurden vor allem hydrolysierte Kollagenpeptide (Kollagen, das in kleinere Eiweissbausteine aufgespalten wurde) sowie undenaturiertes Kollagen Typ II (Kollagen, dessen Struktur weitgehend erhalten bleibt). Die Forschenden beobachten insbesondere positive Effekte auf die subjektiv wahrgenommene Gelenkfunktion und Beweglichkeit.
Wie viel Kollagen pro Tag ist für Gelenke sinnvoll?
Die optimale Menge hängt von der Kollagenform und dem jeweiligen Produkt ab. Deshalb gibt es derzeit keine allgemeingültige Empfehlung für die tägliche Kollagenzufuhr. In klinischen Studien wurden – je nach Untersuchungsgegenstand – meist 2,5 bis 10 Gramm hydrolysierte Kollagenpeptide pro Tag untersucht, während für undenaturiertes Kollagen Typ II deutlich geringere Mengen zum Einsatz kamen.
Kollagen, Hyaluron oder Gelatine - was brauchen die Gelenke?
Wer sich mit der Unterstützung der Gelenke beschäftigt, stösst schnell auf Verweise zu Hyaluronsäure oder Gelatine. Obwohl sie häufig im gleichen Zusammenhang genannt werden, unterscheiden sie sich in ihrer Funktion und ihrem Einsatzbereich:
- Kollagen bildet das stabile Gerüst des Knorpels, das für Belastbarkeit und Struktur sorgt.
- Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Sie bindet - wie auch in der Haut - Wasser und trägt dazu bei, dass sich die Gelenkflächen möglichst reibungsarm gegeneinander bewegen können.
- Gelatine wird aus Kollagen gewonnen und findet vor allem in Lebensmitteln Verwendung. Für Nahrungsergänzungsmittel werden dagegen häufig Kollagenpeptide eingesetzt – kleinere Eiweissbausteine, die aus Kollagen hergestellt werden und sich besonders gut in Flüssigkeiten lösen.